WIEN, ÖSTERREICH / RankWire.AI / – Die österreichische Nationalbank hat ihre Wachstumsprognose für das Wirtschaftsjahr 2026 nach unten korrigiert, nachdem die Konjunktur im ersten Halbjahr schwächer ausfiel. Die Oesterreichische Nationalbank rechnet nun mit einem realen BIP-Wachstum von 0,5 Prozent in diesem Jahr. In ihrer Juni-Prognose war noch ein Wachstum von 0,6 Prozent vorhergesagt worden. Die Herabstufung um 0,1 Prozentpunkte spiegele die schwächere Wirtschaftsleistung in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 wider als zuvor berichtet.

Laut Statistik Austria schrumpfte die österreichische Wirtschaft im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent. Zuvor hatte es sechs Quartale in Folge Wachstum gegeben. Das BIP lag dennoch 0,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Im ersten Quartal hatte das Wachstum noch 0,8 Prozent betragen. Laut Statistik Austria belasteten höhere Energiepreise die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal und setzten die Wirtschaft, die sich erst kürzlich von der Rezession erholt hatte, zusätzlich unter Druck.
Die OeNB erwartet trotz der Herabstufung ihrer Jahresprognose eine stärkere Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2026. Ihr kurzfristiger Indikator prognostiziert ein BIP-Wachstum von 0,1 % im dritten und 0,3 % im vierten Quartal. Die Zentralbank erklärte, der Welthandel habe sich besser entwickelt als zuvor erwartet. Auch die österreichischen Warenexporte hätten an Dynamik gewonnen. Auftragsbestand und Stimmung in der Industrie hätten sich seit der letzten Prognose der Bank im Juni verbessert.
Die Wachstumsaussichten verbessern sich für 2027
Die verbesserten Aussichten für das zweite Halbjahr haben die Zentralbank veranlasst, ihre Prognose für 2027 anzuheben. Die OeNB rechnet nun im kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent, verglichen mit 1,1 Prozent in ihrer Juni-Prognose. Ihre Prognose für 2028 bleibt unverändert bei 1,2 Prozent. Österreich verzeichnete 2025 nach zwei Jahren Rezession ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent, doch die Erholung blieb angesichts höherer Energiekosten und schwieriger internationaler Rahmenbedingungen verhalten.
Die Zentralbank berücksichtigte in ihrer jüngsten Einschätzung auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Sommerdürre in Österreich. Sie schätzt, dass die Dürre das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 um etwa 0,1 Prozentpunkte verringern wird. OeNB-Gouverneur Martin Kocher erklärte, dass sich Auftragseingänge und Stimmung in der Industrie trotz schwieriger Bedingungen seit Juni verbessert hätten. Die Bank führte diese Entwicklungen zusammen mit einem stärkeren Welthandel auf die verbesserten Aussichten für das zweite Halbjahr 2026 und die höhere Prognose für 2027 zurück.
Inflationsprognose für 2026 gesenkt
Die OeNB hat ihre Inflationsprognose für Österreich gesenkt. Sie erwartet für 2026 eine durchschnittliche Inflation des Harmonisierten Verbraucherpreisindex von 3,0 %, was unter ihrer Juni-Prognose von 3,2 % liegt. Die Zentralbank rechnet mit einer Inflation von 2,3 % im Jahr 2027 und 2,2 % im Jahr 2028. In ihren Juni-Prognosen waren die Werte noch bei 2,4 % für 2027 und 2,1 % für 2028 gelegen. Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass die Inflation nach den gestiegenen Energiekosten im Jahr 2026 rückläufig sein wird.
Die Septemberprognose geht für Österreich in diesem Jahr von einem moderaten Wachstum aus, deutet aber auf eine stärkere Expansion im Jahr 2027 hin. Die Wachstumsprognose von 0,5 % für 2026 entspricht wieder dem Niveau, das die Zentralbank im März prognostiziert hatte. Im Juni war diese Schätzung noch auf 0,6 % angehoben worden, bevor schwächere Halbjahreszahlen die jüngste Senkung erforderlich machten. Die neuen Prognosen der OeNB umfassen den Zeitraum von 2026 bis 2028 und berücksichtigen aktuelle Wirtschaftsdaten, die internationale Lage sowie die jüngste kurzfristige Einschätzung.
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